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Fische sicher bestimmen und Verwechslungen vermeiden

Veröffentlicht am , aktualisiert am

Ähnliche Fischarten unterscheiden Sie am Wasser meist an einem einzigen Merkmal. Der Barsch hat einen schwarzen Fleck an der ersten Rückenflosse, die Regenbogenforelle schwarze Punkte auf der Schwanzflosse, die Quappe einen Bartfaden am Kinn. Das zählt, weil die ähnliche Art oft strenger geschützt ist. Sind Sie unsicher, setzen Sie den Fisch zurück.

Länder mit Regeln für Bachforelle
16 von 16
Quelle: angelrecht.net, Auswertung der 16 Landesverordnungen, Stand 9. September 2026
Länder mit Regeln für Regenbogenforelle
6 von 16
Quelle: angelrecht.net, Auswertung der 16 Landesverordnungen, Stand 9. September 2026
Länder mit ganzjährig geschonter Quappe
4 von 16
Quelle: angelrecht.net, Auswertung der 16 Landesverordnungen, Stand 9. September 2026
Eine Bachforelle mit roten und schwarzen Punkten schwimmt in einem klaren Bach über Kieseln
Die roten Punkte mit hellem Rand sind ein typisches Merkmal der Bachforelle. Bild: KI generiert.

Die ähnliche Art ist oft strenger geschützt

Viele Fischarten sehen sich zum Verwechseln ähnlich, vor allem wenn sie jung sind. Für die Regeln am Wasser spielt das keine Rolle. Wer eine geschützte Art mitnimmt, weil er sie für eine andere hielt, begeht trotzdem einen Verstoß, für den ein Bußgeld droht. Die Fischereiverordnungen ahnden neben Absicht auch Fahrlässigkeit, also fehlende Sorgfalt.

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigen die Forellen. Für die Bachforelle gilt in 16 von 16 Ländern eine Schonzeit oder ein Mindestmaß, für die Regenbogenforelle nur in 6. Den Zander regeln alle 16 Länder, den Barsch nur 3. Die Quappe ist in 4 Ländern das ganze Jahr geschont.

FischartVerwechselt mitSicheres MerkmalLänder mit Regeln
BachforelleRegenbogenforelleSchwarze Punkte auf der Schwanzflosse hat nur die Regenbogenforelle.16 für Bachforelle, 6 für Regenbogenforelle
LachsMeerforelleBeim Lachs ist die Schwanzflosse flach eingebuchtet, bei der Meerforelle gerade.16 für Lachs, 16 für Meerforelle
ZanderBarschDen schwarzen Fleck an der ersten Rückenflosse hat nur der Barsch.16 für Zander, 3 für Barsch
AalQuappeEinen Bartfaden am Unterkiefer hat nur die Quappe.16 für Aal, 16 für Quappe
RotfederRotaugeBei der Rotfeder beginnt die Rückenflosse deutlich hinter den Bauchflossen.4 für Rotfeder, 1 für Rotauge
DöbelHaselBeim Döbel ist der Rand der Afterflosse nach außen gewölbt.3 für Döbel, 8 für Hasel
BarbeGründlingDie Barbe hat vier Barteln am Maul, der Gründling zwei.14 für Barbe, 3 für Gründling
KarauscheGiebelDie Karausche hat einen nach außen gewölbten Rand der Rückenflosse.6 für Karausche, 0 für Giebel
8 Fischpaare, die leicht verwechselt werden. Die letzte Spalte zählt die Länder, die für jede der beiden Arten eine Schonzeit oder ein Mindestmaß festlegen.

Forellen und Lachse sicher unterscheiden

Bachforelle oder Regenbogenforelle?

Schauen Sie zuerst auf die Schwanzflosse. Die Regenbogenforelle hat dort schwarze Punkte, die Bachforelle nicht. Die Bachforelle trägt rote Tupfen mit hellem Rand auf den Flanken. Bei der Regenbogenforelle zieht sich ein rosa bis violettes Band an der Seite entlang.

Die Bachforelle ist die strenger geschützte Art. Für sie gelten in 16 Ländern Regeln, für die Regenbogenforelle nur in 6.

Lachs oder Meerforelle?

Beim Lachs ist die Schwanzflosse flach eingebuchtet, bei der Meerforelle verläuft ihr Rand gerade. Der Lachs wirkt außerdem schlanker. Sein Schwanzstiel, das schmale Stück vor der Schwanzflosse, ist dünner als bei der Meerforelle.

Beide Arten wachsen im Meer heran und ziehen zum Laichen in die Oberläufe der Flüsse. Den Lachs schonen 10 Länder das ganze Jahr, die Meerforelle 8. In Hamburg und Hessen ist der Lachs das ganze Jahr geschont, die Meerforelle dagegen nicht.

Zander, Barsch, Aal und Quappe erkennen

Zander oder Barsch?

Der Barsch hat am hinteren Ende der ersten Rückenflosse einen großen schwarzen Fleck. Dem Zander fehlt er. Bei jungen Fischen ist das das sicherste Merkmal. Ältere Zander erkennen Sie zusätzlich an den langen Fangzähnen und am schlanken Körper, der Barsch ist hochrückig.

Den Zander regeln alle 16 Länder mit Schonzeit oder Mindestmaß, den Barsch nur 3. In Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein steht der Barsch ausdrücklich ohne Schonzeit und Mindestmaß in der Verordnung. Ein junger Zander, den Sie für einen Barsch halten, kann dort also geschont oder zu klein sein.

Aal oder Quappe?

Die Quappe hat einen langen Bartfaden am Unterkiefer, der Aal hat keinen. Beim Aal gehen Rücken-, Schwanz- und Afterflosse in einen durchgehenden Saum über. Die Afterflosse ist die Flosse an der Bauchseite hinter dem After. Die Quappe hat dagegen zwei Rückenflossen und eine eigene Schwanzflosse.

Den Aal regeln alle 16 Länder. Die Quappe ist dagegen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland das ganze Jahr geschont. In Sachsen gilt das in allen Gewässern außer Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster.

Rotauge, Döbel, Barbe und Karausche erkennen

Rotauge oder Rotfeder?

Achten Sie auf die Rückenflosse. Beim Rotauge beginnt sie genau über dem Ansatz der Bauchflossen, bei der Rotfeder deutlich dahinter. Die Rotfeder hat außerdem einen scharfen Kiel am Bauch, zwischen den Bauchflossen und dem After.

Die Rotfeder regeln 4 Länder, das Rotauge 1. In Hessen, Sachsen und Thüringen hat die Rotfeder eine Schonzeit oder ein Mindestmaß, das Rotauge dort nicht.

Döbel oder Hasel?

Schauen Sie auf den unteren Rand der Afterflosse. Beim Döbel ist er nach außen gewölbt, beim Hasel nach innen. Ältere Döbel erkennen Sie auch an den dunkel umrandeten Schuppen, die wie ein Netz aussehen.

Den Hasel regeln 8 Länder, in Hamburg und Schleswig-Holstein ist er das ganze Jahr geschont. Den Döbel führen Bayern und Schleswig-Holstein ausdrücklich ohne Schonzeit und Mindestmaß.

Barbe oder Gründling?

Zählen Sie die Barteln, das sind die Fäden am Maul. Die Barbe hat vier, der Gründling zwei. Das hilft vor allem bei jungen Barben, die leicht für Gründlinge gehalten werden.

Die Barbe regeln 14 Länder, in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist sie das ganze Jahr geschont. Den Gründling führt Bayern ohne Schonzeit und Mindestmaß.

Karausche oder Giebel?

Die Karausche hat einen nach außen gewölbten oberen Rand der Rückenflosse und keine Barteln. Ein junger Karpfen hat dagegen vier Barteln. Sicher trennen lassen sich Karausche und Giebel am Bauchfell, das beim Giebel schwarz ist. Das sehen Sie aber erst beim Ausnehmen, und dann ist es für eine geschützte Karausche zu spät.

Die Karausche ist in Bayern, Berlin, Hessen und Rheinland-Pfalz das ganze Jahr geschont. Den Giebel führen Bayern, Berlin und Schleswig-Holstein ausdrücklich ohne Schonzeit und Mindestmaß.

Einen Fisch in 4 Schritten bestimmen

Wer einen Fisch bestimmt, geht am besten vom Kopf zum Schwanz vor. Die Merkmale, die bei den ähnlichen Paaren entscheiden, liegen fast alle an Maul, Flossen und Zeichnung.

  1. 1

    Maul und Barteln ansehen

    Zählen Sie die Barteln und achten Sie darauf, ob das Maul nach oben, nach vorn oder nach unten zeigt.
  2. 2

    Flossen vergleichen

    Prüfen Sie, wo die Rückenflosse im Vergleich zu den Bauchflossen beginnt und wie der Rand von Rückenflosse und Afterflosse geformt ist.
  3. 3

    Zeichnung prüfen

    Achten Sie auf Flecken, Punkte und Streifen, auch auf der Schwanzflosse und auf der ersten Rückenflosse.
  4. 4

    Foto machen

    Fotografieren Sie den Fisch von der Seite, bevor Sie ihn zurücksetzen. So können Sie die Art später in Ruhe nachschlagen oder im Verein fragen.

Halten Sie den Fisch dabei mit nassen Händen und so kurz wie möglich an der Luft. Messen Sie ihn gleich mit, denn für viele Arten gilt zusätzlich ein Mindestmaß. Beim Mindestmaß richtig messen zählt auch, wie die Schwanzflosse liegt.

Im Zweifel setzen Sie den Fisch zurück

Können Sie eine Art nicht sicher bestimmen, setzen Sie den Fisch schonend zurück ins Wasser. Ein zurückgesetzter Fisch schwimmt weiter. Einen mitgenommenen geschützten Fisch holen Sie nicht mehr zurück.

Eine Ausnahme betrifft fremde Arten, die Sie sicher erkannt haben. In Bayern dürfen Fische von Arten, die die Verordnung nicht nennt, nicht wieder ins Wasser. In Thüringen müssen fremde Arten ohne Schonzeit und Mindestmaß an Land bleiben. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Verein oder beim Fischereiamt Ihres Landkreises nach.

Die richtige Art zählt auch für Ihre Fangkarte. In Thüringen tragen Sie Art, Zahl und Länge jedes mitgenommenen Fisches ein, ebenso jedes Fisches, den Sie wegen Schonzeit oder Mindestmaß zurücksetzen. Wann eine Art gar nicht gefangen werden darf, legen die Schonzeiten bei Fischen fest.

Häufige Fragen

Woran unterscheide ich eine Bachforelle von einer Regenbogenforelle?

Die Regenbogenforelle hat schwarze Punkte auf der Schwanzflosse, die Bachforelle nicht. Die Bachforelle trägt rote Tupfen mit hellem Rand, die Regenbogenforelle ein rosa bis violettes Band entlang der Seite. Für die Bachforelle gilt in 16 von 16 Ländern eine Schonzeit oder ein Mindestmaß, für die Regenbogenforelle nur in 6.

Wie unterscheide ich einen jungen Zander von einem jungen Barsch?

Ein junger Barsch hat einen großen schwarzen Fleck am hinteren Ende der ersten Rückenflosse, einem jungen Zander fehlt er. Bei Jungfischen ist dieser Fleck das sicherste Merkmal. Den Zander regeln alle 16 Länder mit Schonzeit oder Mindestmaß, den Barsch nur 3.

Droht ein Bußgeld, wenn ich eine geschützte Fischart aus Versehen mitnehme?

Ja, auch wer eine geschützte Fischart aus Versehen mitnimmt, begeht einen Verstoß, für den ein Bußgeld droht. Die Fischereiverordnungen der Länder ahnden neben Absicht auch Fahrlässigkeit, also fehlende Sorgfalt. Einen Fisch, den Sie nicht sicher bestimmen können, setzen Sie deshalb besser zurück.

Woran erkenne ich eine Quappe beim Angeln?

Eine Quappe erkennen Sie am langen Bartfaden am Unterkiefer und an ihren zwei Rückenflossen. Der ähnliche Aal hat keinen Bartfaden, bei ihm gehen Rücken-, Schwanz- und Afterflosse in einen durchgehenden Saum über. Die Quappe ist in 4 Ländern das ganze Jahr geschont, in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

Was mache ich mit einem Fisch, den ich nicht bestimmen kann?

Einen Fisch, den Sie nicht sicher bestimmen können, setzen Sie schonend zurück ins Wasser. Machen Sie vorher ein Foto von der Seite, dann können Sie die Art später nachschlagen oder im Verein fragen. Ein zurückgesetzter Fisch schwimmt weiter, einen mitgenommenen geschützten Fisch holen Sie nicht mehr zurück.

Quellen

  1. Staatliche Fischerprüfung in Bayern, Prüfungsfragen 2023/2024, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Fischerei, abgerufen am 25. September 2026
  2. Fragenkatalog zur staatlichen Fischerprüfung in Baden-Württemberg, Stand 1. April 2025, Landesfischereiverband Baden-Württemberg, genehmigt vom Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, abgerufen am 25. September 2026
  3. Lachs (Salmo salar), FFH-Arten in Sachsen-Anhalt, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, abgerufen am 25. September 2026
  4. Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes, § 11 Fischfang, Fangbeschränkungen, Freistaat Bayern, gesetze-bayern.de, abgerufen am 25. September 2026
  5. Ausführungsverordnung zum Thüringer Fischereigesetz (ThürFischAVO), Freistaat Thüringen, landesrecht.thueringen.de, abgerufen am 25. September 2026
  6. Binnenfischereiverordnung Mecklenburg-Vorpommern (BiFVO M-V), Land Mecklenburg-Vorpommern, landesrecht-mv.de, abgerufen am 25. September 2026

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