Diese Angel- und Jagdverordnungen wurden 2026 geändert
Jedes Bundesland regelt das Angeln und die Jagd in eigenen Verordnungen. Zusammen sind es 34, weil Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein je eine Verordnung für Binnengewässer und eine für die Küste haben. Davon wurden 8 im Jahr 2026 geändert und 6 im Jahr 2025. Die jüngste Änderung stammt vom 24. August 2026 aus Brandenburg, die davor vom 1. Juli 2026 aus Nordrhein-Westfalen.
| Geändert am | Bundesland | Bereich | Verordnung |
|---|---|---|---|
| 24. August 2026 | Brandenburg | Angeln | Fischereiordnung des Landes Brandenburg |
| 1. Juli 2026 | Nordrhein-Westfalen | Angeln | Landesfischereiverordnung |
| 20. Mai 2026 | Hessen | Jagd | Hessische Jagdverordnung |
| 26. März 2026 | Bayern | Jagd | Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes |
| 24. März 2026 | Brandenburg | Jagd | Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg |
| 11. Februar 2026 | Rheinland-Pfalz | Angeln | Landesfischereiordnung |
| 10. Februar 2026 | Baden-Württemberg | Angeln | Landesfischereiverordnung |
| 13. Januar 2026 | Baden-Württemberg | Jagd | Verordnung des Ministeriums Ländlicher Raum zur Durchführung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes |
| 16. Dezember 2025 | Hessen | Angeln | Hessische Fischereiverordnung |
| 16. Dezember 2025 | Schleswig-Holstein | Angeln | Landesverordnung über die Ausübung der Fischerei in den Küstengewässern |
| 27. Oktober 2025 | Berlin | Angeln | Berliner Landesfischereiordnung |
| 22. August 2025 | Berlin | Jagd | Verordnung über jagdbare Tierarten und Jagdzeiten |
| 10. April 2025 | Bayern | Angeln | Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes |
| 4. März 2025 | Mecklenburg-Vorpommern | Jagd | Jagdzeitenverordnung |
Nicht jede Änderung betrifft Angler oder Jäger. Hessen hat seine Fischereiverordnung Ende 2025 nur in Verwaltungsfragen geändert, etwa bei den Berichten der Fischereiaufseher. In Baden-Württemberg kann die Erlaubnis zum Fischen mit elektrischem Strom seit Ende Februar 2026 auch elektronisch erteilt werden. Für Angler wichtiger war dort eine Änderung von Anfang 2024: Die Fischereiabgabe stieg von 8 auf 12 Euro im Jahr.
Was sich 2026 beim Angeln geändert hat
Brandenburg erleichtert Angelveranstaltungen
Seit dem 25. August 2026 brauchen Angelveranstaltungen und gemeinsames Fischen in Brandenburg keine Genehmigung mehr. Der Veranstalter muss sie vorher nur beim Fischereiamt anzeigen. Das Amt kann eine Veranstaltung aber untersagen. Ein Hegefischen, bei dem der Verein gezielt Fische aus dem Gewässer holt, um den Bestand zu pflegen, gilt dabei in der Regel als vernünftiger Grund.
Nordrhein-Westfalen verlangt 10 Euro Fischereiabgabe
Seit dem 3. Juli 2026 beträgt die Fischereiabgabe in Nordrhein-Westfalen 10 Euro für ein Kalenderjahr oder 30 Euro für fünf Jahre. Die Fischereiabgabe ist eine Gebühr an das Land, die in Fischbesatz und Gewässerpflege fließt. Den Nachweis, dass Sie sie bezahlt haben, müssen Sie beim Angeln dabeihaben. Sie dürfen ihn ausgedruckt oder auf dem Handy zeigen. Auch Angelkarten darf es jetzt in elektronischer Form geben.
Rheinland-Pfalz stellt Fischereischeine unbefristet aus
Seit dem 19. Februar 2026 gibt Rheinland-Pfalz den Fischereischein unbefristet aus. Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren dürfen ohne eigenen Schein angeln, wenn ein volljähriger Inhaber eines Fischereischeins sie begleitet. Die Fischereiabgabe beträgt 8,40 Euro für ein Jahr oder 30 Euro für fünf Jahre.
Neue Angelregeln seit Ende 2025
Berlin verbietet Fang nur fürs Foto
Seit dem 21. November 2025 ist es in Berlin verboten, Fische nur zu fangen, um sie zu messen oder zu fotografieren, und dann zurückzusetzen. Fische aus anderen Weltgegenden, die hier nicht heimisch sind, dürfen nicht zurück ins Wasser. Pro Tag dürfen Sie höchstens 500 Gramm Lockfutter ins Wasser geben, und das Anfüttern am Vortag ist verboten. Setzkescher müssen mindestens 3,50 Meter lang sein, und Angelveranstaltungen müssen einen Monat vorher angezeigt werden.
Kein Dorsch an der Küste von Schleswig-Holstein
Seit dem 1. Januar 2026 droht in Schleswig-Holstein jedem ein Bußgeld, der in den Küstengewässern im Jahr 2026 Dorsch angelt oder einen zufällig gefangenen Dorsch behält. Die Regel folgt den Fangregeln der EU für die Ostsee. Beim Lachs müssen Sie jeden Fisch ohne Markierung an der Fettflosse sofort zurücksetzen, und behalten dürfen Sie höchstens einen markierten Lachs am Tag.
Bayern schützt den Rapfen in allen Flussgebieten
Seit dem 1. Juni 2025 gilt für den Rapfen in ganz Bayern eine Schonzeit vom 1. März bis 30. April und ein Mindestmaß von 40 Zentimetern. Vorher galt das nur im Gebiet von Donau und Rhein, jetzt auch an Elbe und Weser. Solche Unterschiede sind die Regel: Bei 48 von 69 Fischarten weichen die Schonzeiten und Mindestmaße der Bundesländer voneinander ab.
Was sich bei Jagdzeiten und Jagdrecht geändert hat
Der Wolf gehört seit April 2026 zum jagdbaren Wild
Die größte Änderung für Jäger kam vom Bund. Seit dem 2. April 2026 steht der Wolf im Bundesjagdgesetz auf der Liste der Tiere, die gejagt werden dürfen. Erlaubt ist die Jagd auf ihn vom 1. Juli bis 31. Oktober, aber nur nach einem Managementplan, den die zuständige Behörde aufstellt, wenn der Wolfsbestand in einem günstigen Zustand ist. Wer einen Wolf erlegt, muss das der Behörde sofort melden.
Auch die Länder haben ihre Regeln zum Wolf angepasst. Hessen hat den Wolf im Mai 2026 aus seiner eigenen Liste gestrichen, nachdem er ins Bundesgesetz aufgenommen worden war. In Brandenburg ist der Wolf seit März 2026 jagdbar, hat dort aber ganzjährig Schonzeit. In Bayern darf er nur mit einer Ausnahmegenehmigung nach dem Naturschutzrecht bejagt werden.
Nilgans, Waschbär und Marderhund ganzjährig
Mehrere Länder haben Tierarten ganzjährig zur Jagd freigegeben, die ursprünglich nicht aus Deutschland stammen. Baden-Württemberg erlaubt seit Januar 2026 die Jagd auf Marderhund, Waschbär, Nutria, Mink und Nilgans das ganze Jahr, vorher galten Jagdzeiten ab Juli oder August bis Mitte Februar. Hessen hat seit April 2026 dieselben fünf Arten ganzjährig freigegeben, Bayern und Brandenburg die Nilgans. In Berlin dürfen Nutria und Waschbär seit September 2025 ganzjährig bejagt werden.
Rehböcke dürfen in Bayern früher bejagt werden
In Bayern beginnt die Jagd auf Rehböcke und Schmalrehe, also junge weibliche Rehe ohne eigene Kitze, seit dem 1. April 2026 am 16. April statt am 1. Mai. Berlin hat seit September 2025 eigene Jagdzeiten für Rehe: Böcke und Schmalrehe vom 1. April bis 31. Mai und vom 1. August bis 31. Januar. Vorher galt dort die Regel des Bundes vom 1. Mai bis 15. Oktober. Brandenburg erlaubt die Jagd auf Rehbock und Schmalreh seit März 2026 ohne Pause vom 16. April bis 15. Januar.
Neue Arten und längere Jagdzeiten für Gänse
Hessen hat im April 2026 neue Arten ins Jagdrecht aufgenommen, darunter den Goldschakal, allerdings ohne Jagdzeit. Den Dachs dürfen Jäger dort jetzt bis zum 31. Dezember bejagen, Grau- und Kanadagans bis zum 15. Januar, beides statt bis zum 31. Oktober. In Bayern ist die Jagd auf Grau- und Kanadagans vom 1. August bis 28. Februar erlaubt. Schleswig-Holstein hat die Jagd auf Grau-, Kanada- und Nilgans schon 2024 auf den 16. Juli vorgezogen.
Manche Verordnungen gelten seit Jahren unverändert
5 der 34 Verordnungen wurden seit mindestens zehn Jahren nicht mehr geändert. Am ältesten ist der Stand in Niedersachsen: Die dortige Fischereiverordnung wurde zuletzt am 22. Dezember 2005 geändert.
- Hamburg, Jagdverordnung, zuletzt geändert am 1. April 2014
- Sachsen-Anhalt, Fischereiverordnung, zuletzt geändert am 6. März 2013
- Bremen, Fischereiverordnung, zuletzt geändert am 30. September 2011
- Mecklenburg-Vorpommern, Binnenfischereiverordnung, zuletzt geändert am 27. Januar 2011
- Niedersachsen, Fischereiverordnung, zuletzt geändert am 22. Dezember 2005
Ein altes Datum heißt nicht, dass die Regeln veraltet sind. Eine Verordnung gilt, bis das Land sie ändert oder aufhebt. Neue Regeln können aber auch im Fischereigesetz eines Landes stehen, etwa zum Fischereischein oder zur Fischereiabgabe, ohne dass sich die Verordnung ändert.
Auf der Angelkarte stehen oft zusätzliche Regeln
Neben der Verordnung gelten die Regeln Ihrer Angelkarte, amtlich Erlaubnisschein. Der Besitzer oder Pächter des Gewässers, meist ein Angelverein, legt darin eigene Regeln fest. Dazu gehört etwa, wie viele Ruten Sie auslegen dürfen, ob Sie nachts angeln dürfen oder wie viele Fische Sie am Tag mitnehmen dürfen. Diese Regeln kann der Verein jedes Jahr neu fassen.
Was die Verordnung verbietet, kann auch der Verein nicht erlauben. Lesen Sie deshalb die Angelkarte jedes Mal, wenn Sie eine neue kaufen, und fragen Sie bei Unklarheiten direkt beim Verein nach.
So erfahren Sie rechtzeitig von neuen Regeln
- 1
Vor jeder Saison die Angelkarte lesen
Die Regeln des Vereins für Ihr Gewässer ändern sich am häufigsten. Sie stehen auf der Angelkarte oder in der Gewässerordnung, die Sie mit ihr bekommen. - 2
Die Seite Ihres Fischereiamts prüfen
Viele Fischereiämter und Landesministerien veröffentlichen Änderungen mit einer kurzen Erklärung. Das Fischereiamt Berlin etwa stellt die wichtigsten Regeln für Angler auf seiner Seite zusammen. - 3
Den Landesfischereiverband verfolgen
Viele Landesfischereiverbände berichten über neue Verordnungen und erklären, was sie für Angler bedeuten. - 4
Im Zweifel nachfragen
Fragen Sie im Zweifel beim Fischereiamt Ihres Landkreises oder Ihrer Stadt nach. Eine Auskunft vor dem Angeln ist günstiger als ein Bußgeld danach.
Die Liste der geänderten Verordnungen beruht auf dem Stand vom 9. September 2026. Bis zum 25. September 2026 ist keine weitere Änderung dieser Verordnungen erschienen. Für Verstöße gegen neue Regeln gelten dieselben Bußgelder beim Angeln in allen 16 Bundesländern wie für alte.
Häufige Fragen
Welche Angelregeln haben sich 2026 geändert?
2026 haben vor allem Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ihre Angelregeln geändert. Brandenburg verlangt für Angelveranstaltungen nur noch eine Anzeige, Nordrhein-Westfalen eine Fischereiabgabe von 10 Euro im Jahr, und Rheinland-Pfalz stellt Fischereischeine unbefristet aus. Welche Regeln für Ihr Gewässer gelten, steht zusätzlich auf Ihrer Angelkarte.
Wie hoch ist die Fischereiabgabe in Nordrhein-Westfalen seit Juli 2026?
Die Fischereiabgabe in Nordrhein-Westfalen beträgt seit dem 3. Juli 2026 10 Euro für ein Kalenderjahr oder 30 Euro für fünf Kalenderjahre. Den Nachweis über die bezahlte Abgabe müssen Sie beim Angeln dabeihaben. Sie dürfen ihn ausgedruckt oder auf dem Handy vorzeigen.
Dürfen Kinder in Rheinland-Pfalz ohne Fischereischein angeln?
Ja, seit dem 19. Februar 2026 dürfen Kinder und Jugendliche von 7 bis 17 Jahren in Rheinland-Pfalz ohne eigenen Fischereischein angeln. Ein volljähriger Inhaber eines Fischereischeins muss sie dabei begleiten. Den Fischereischein selbst stellt Rheinland-Pfalz seit diesem Tag unbefristet aus.
Darf man in Berlin einen Fisch nur für ein Foto fangen und zurücksetzen?
Nein, in Berlin ist es seit dem 21. November 2025 verboten, Fische nur zu fangen, um sie zu messen oder zu fotografieren. Zu kleine oder geschonte Fische müssen Sie dagegen sofort und schonend zurücksetzen. Fische, die in Berlin nicht heimisch sind, dürfen nicht zurück ins Wasser.
Ab wann dürfen Rehböcke in Bayern bejagt werden?
Rehböcke dürfen in Bayern seit April 2026 ab dem 16. April bejagt werden, vorher begann die Jagdzeit am 1. Mai. Die neue Regel gilt auch für Schmalrehe, also junge weibliche Rehe ohne eigene Kitze.
Darf man in Deutschland Wölfe jagen?
Ja, seit April 2026 zählt der Wolf im Bundesjagdgesetz zu den Tieren, die gejagt werden dürfen. Erlaubt ist die Jagd vom 1. Juli bis 31. Oktober und nur nach einem Managementplan, den die Behörde bei einem günstigen Zustand des Wolfsbestands aufstellt.
